Glas mit Weizen vor Bergpanorama
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Weißbier

Von Berliner Weisse zu Kristallweizen & Weizenbock
Weissbier in Fakten
  • Ursprungsland: Deutschland
  • Region: Bayern
  • Seit dem 16. Jahrhundert
  • Gem. Reinheitsgebot sind Weizenmalze nur in obergärigen Bieren erlaubt
  • Weißbier-Sorten: Berliner Weisse, Dunkel. Hefeweizen, Kristallweizen, Weizenbock
  • Der beliebteste Bierstil in Regionen in Nordschwaben, im nördlichen Oberbayern und im Westen Niederbayerns
  • Alkoholgehalt: 5 - 6 %
  • Kalorien: 230 kcal pro 500 ml
Geht es euch auch so? Ihr lest die Überschrift und sobald man die Augen schließt, sieht man einen Biergarten unter Kastanienbäumen, Tische voller Weizengläser und man fühlt den Sommer. Seit Anbeginn der Bierzeit wurde bei der Wahl der Zutaten ein Füllhorn diverser Getreidesorten verwendet – natürlich auch Weizen. Die Biere fanden durchaus Anklang. Doch das bayerische Reinheitsgebot von 1516 schloss das Weizen im Bier aus.

Die Geschichte von Weissbier

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Wer hätte gedacht, dass genau dieses Verbot zeitgleich der Anfang der Weißbiere ist, die wir heute kennen: gemäß dem Reinheitsgebots war es damals nur gestattet, Gerstenmalz beim Brauen von Bier einzusetzen, um die Versorgung der Bevölkerung zu sichern. Weizen wurde schlichtweg zum Essen benötigt und sollte nicht für das Brauen von Bier „verschwendet“ werden.
Da der Bayer jedoch ungern Verzicht übte, übertrug der Herzog im Jahr 1548 das Privileg zur Herstellung von Weizenbier an den Freiherren von Degenberg. Dieser durfte demnach die einzige Weißbierproduktion in Bayern sein Eigen nennen. Nach dessen Tod fiel das Privileg zurück an das Herzogtum Bayern und da hatte man schließlich die Idee, die Staatsschulden durch die Weißbierproduktion zu tilgen. Es entstand ein Weißbiermonopol, eine Weinsteuer wurde eingeführt, Importbeschränkungen für Biere beschlossen und eine Ausschankpflicht für Weißbier erlassen.
Bis 1798 bestand besagtes Monopol, ehe es aufgrund sinkender Nachfrage aufgehoben wurde. Spätestens mit der Erfindung der Kältemaschine und des damit verbundenen Siegeszuges der untergärigen Biere, geriet das Weißbier ein wenig in Vergessenheit.
Heute ist das Weißbier wieder auf der Karte und eines der beliebtesten obergärigen Biere in Deutschland.

Weißbier Empfehlungen

Veerschwommener Hintergrund umrahmt eine offene Hand, die kleine grüne Blüten hält

Brauart

Beim Brauen von Weißbieren kommen obergärige Hefen zum Einsatz. Bis zu 70 % beträgt der Anteil an Weizenmalzen im Weißbier, das bei einer Stammwürze von 11 bis 13 °P in der Regel zwischen 5 und 5,5 % Alkohol enthält. Im Gegensatz zu vielen anderen Bieren werden beim Weißbier nur geringe Mengen Hopfen hinzugefügt. Traditionell wird Weißbier nur teilweise gefiltert, wodurch Schwebeteilchen der eingesetzten Hefe enthalten bleiben und das Bier eine trübe Färbung erhält.

Aussehen, Geruch & Geschmack

Optisch ist Weißbier üblicherweise trüb, außer sie sind kristall klar, wie das Kristallweizen. Farblich kann es von hellgelb bis ins Braune variieren. Abhängig von den Malzen entstehen so auch dunkle Weizenbiere oder Bernsteinfarbene, wie z.B. das Bernstein-Weizen der Brauerei Störtebeker, die wir euch bei feinkosten bereits näher vorgestellt haben. Weißbiere zeichnen sich optisch besonders durch eine üppige, feste und langanhaltende Schaumkrone aus.
Die spezielle obergärige Hefe bei Weißbieren sorgt für einen ansprechend fruchtige Noten, oftmals von Banane. Die kann man bei vielen Weißbieren nicht nur schmecken, sondern auch riechen. Durch den geringen Hopfenanteil ist Weißbier generell wenig bitter. Zeitgleich führt der hohe Anteil an Malzen zu einem leicht süßlichen Geschmack, der durch den zugeführten Hopfen ausbalanciert werden soll.
Verboten gemäß dem bayerischen Reinheitsgebots von 1516, hat sich Weizen seit dem 16. Jahrhundert nicht unterkriegen lassen: Mit dem "Vorläufigen Biergesetz" vom 29. Juli 1993, sind auch Biere mit Weizenmalz Teil des deutschen Reinheitsgebots – jedoch ausschließlich in obergärigen Bieren!
Carsten Konsen
feinkosten Bierressort

Bekannte Weissbier-Brauereien

Viele Weißbiermarken sind nicht nur in Bayern sehr bekannt, sondern deutschlandweit und teilweise auch international vertreten. Schließlich können die meisten von uns noch freudig mitsingen, wenn die Erdinger Weißbier-Werbung läuft, aber auch Paulaner und Franziskaner sind allgemein geläufig. Hier unsere Auswahl an Weißbier-Brauereien:
Augustiner Bräu München
Augustiner Bräu München
  • Älteste Brauerei Münchens
  • Bekannt für das Helle Lager
  • Seit 1328
Andechs
Andechs
  • Echte Klosterbrauerei
  • Seit 1445
  • Mit Bräustüberl
Brauerei Benediktiner
Brauerei Benediktiner
  • Brauerei aus Bayern
  • Eigene Wirtshäuser
  • Berühmt für Weißbier
Brauhaus Tegernsee
Brauhaus Tegernsee
  • Einstige Klosterbrauerei
  • Herzoglich Brauhaus Tegernsee
  • Seit 1675
Störtebeker
Störtebeker
  • Aus Stralsund
  • Seit 1827
  • Mit eigenem Online-Shop
Maisel & Friends
Maisel & Friends
  • Gegründet 1887
  • Bier-Erlebnis-Welt in Bayreuth
  • versandkostenfrei ab 69 €
Brauerei Weihenstephan
Brauerei Weihenstephan
  • Die älteste Brauerei der Welt
  • 16 prämierte Flaschenbiere
  • Europa- und weltweiter Versand
Ratsherrn
Ratsherrn
  • 1.000 Jahre Biertradition
  • Neben Pilsner, Zwickel nur vom Fass
  • versandkostenfrei ab 59 €
Zötler Brauerei
Zötler Brauerei
  • Älteste Brauerei in der Region
  • Osterbier, Craftbeer, Berglimo
  • Heimdienst Lieferservice
Biertisch mit Henkelkrug und eiskaltem Bier

Unser Fazit

In einem Land, in dem untergärige Biere an der Tagesordnung stehen, ist es eine erfrischende und willkommene Abwechslung eine obergärige Alternative zu haben. Weißbiere sind aromatisch und lecker. Gepaart mit leichten und fruchtigen Noten sind die Weißbiere vor allem im Sommer sehr beliebt. So auch bei uns!
Kurz gesagt
Um es direkt zu Beginn aufzuklären: Weißbiere sind im Grunde Weizenbiere und werden somit oft als Synonym verwendet. Da es mit Gose, Hefeweizen, Dunkelweizen, Weizenbock, Kristallweizen, Berliner Weisse unterschiedliche Weizenbiere gibt, dient die Bezeichnung Weißbier als Oberbegriff dieser Biere. Voraussetzung für die Einstufung als Weißbier ist dabei die Verwendung von obergäriger Hefe und einem Weizenanteil von mindestens 50 %.
Carsten Konsen
Carsten Konsen
feinkosten Redakteur